21 Fragen beantwortet
Häufige Fragen zur Pflegeausbildung für internationale Azubis
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Voraussetzungen, Visum, Vorbereitung und Alltag als internationaler Pflege-Azubi in Deutschland.
Allgemeine Fragen
Was ist eine Pflegeausbildung in Deutschland?
Die Pflegeausbildung in Deutschland ist eine dreijährige generalistische Berufsausbildung, die seit 2020 die bisherigen Ausbildungen in der Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zusammenführt. Du lernst in Theorie und Praxis, Menschen aller Altersgruppen professionell zu pflegen, und erhältst den EU-weit anerkannten Abschluss als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann.
Wie lange dauert die Pflegeausbildung?
Die generalistische Pflegeausbildung dauert in der Regel 3 Jahre (Vollzeit). In einigen Fällen ist eine Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich, etwa wenn du bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegehelferin oder Pflegehelfer mitbringst. Die Ausbildung umfasst mindestens 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis.
Verdiene ich Geld während der Ausbildung?
Ja, die Pflegeausbildung ist vergütet. Im ersten Ausbildungsjahr verdienst du ca. 1.340 EUR brutto pro Monat, im zweiten Jahr ca. 1.400 EUR und im dritten Jahr ca. 1.500 EUR (Stand 2026, tarifgebundene Einrichtungen). Damit ist die Pflegeausbildung eine der am besten bezahlten Ausbildungen in Deutschland. Weitere Details findest du auf unserer Seite zur Pflegeausbildung.
Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung und Anerkennung?
Die Ausbildung bedeutet, dass du die dreijährige Pflegeausbildung in Deutschland von Anfang an absolvierst und den deutschen Berufsabschluss erwirbst. Die Anerkennung hingegen ist ein Verfahren für Personen, die bereits eine Pflegeausbildung im Ausland abgeschlossen haben und ihren bestehenden Abschluss in Deutschland anerkennen lassen möchten. Beide Wege führen zur Berufserlaubnis als Pflegefachkraft.
Voraussetzungen & Bewerbung
Welchen Schulabschluss brauche ich?
Du benötigst einen Mittleren Schulabschluss (mindestens 10 Jahre Schulbildung) oder einen als gleichwertig anerkannten ausländischen Abschluss. In einigen Bundesländern ist auch ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausreichend. Mehr dazu findest du unter Voraussetzungen.
Welches Deutschniveau ist erforderlich?
Für den Ausbildungsbeginn benötigst du mindestens Deutschkenntnisse auf B1-Niveau. Viele Pflegeschulen empfehlen oder verlangen jedoch B2-Niveau, da es dir den Einstieg in den theoretischen Unterricht und die praktischen Einsätze deutlich erleichtert. Passende Kurse findest du unter Deutschkurse.
Brauche ich einen Ausbildungsvertrag vor der Einreise?
Ja, für die Beantragung des Visums zur Berufsausbildung (§16a AufenthG) benötigst du in der Regel einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag mit einem deutschen Pflegebetrieb. Zusätzlich wird eine Schulplatz-Zusage einer Pflegefachschule verlangt. Der Ausbildungsvertrag ist der wichtigste Nachweis für die Botschaft.
Wird mein Schulzeugnis in Deutschland anerkannt?
Dein ausländisches Schulzeugnis muss durch die zuständige Stelle im jeweiligen Bundesland als gleichwertig anerkannt werden (Zeugnisanerkennung). Die Anforderungen und Verfahren variieren je nach Bundesland. In der Regel ist eine beglaubigte Übersetzung deines Zeugnisses erforderlich. Die Bearbeitungszeit beträgt meist 4 bis 8 Wochen.
Kann ich mich direkt bei einer Pflegeschule bewerben?
In der Regel läuft die Bewerbung über einen Arbeitgeber (Krankenhaus, Pflegeheim oder ambulanter Dienst) oder eine Vermittlungsagentur, die dir sowohl den Ausbildungsplatz als auch den Schulplatz organisiert. Eine Direktbewerbung bei einer Pflegeschule ist theoretisch möglich, in der Praxis aber selten, da du zusätzlich einen Ausbildungsbetrieb benötigst.
Visum & Einreise
Welches Visum benötige ich?
Du benötigst ein D-Visum nach §16a AufenthG (Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Berufsausbildung). Dieses Visum beantragst du bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat in deinem Herkunftsland. Voraussetzung sind unter anderem der Ausbildungsvertrag, die Schulplatz-Zusage und der Nachweis der Deutschkenntnisse. Weitere Informationen findest du unter Visum & Einreise.
Wie lange dauert das Visumverfahren?
Das reguläre Visumverfahren dauert realistisch 6 bis 7 Monate von der Antragstellung bis zur Visumerteilung. Die Dauer hängt von der Auslastung der Botschaft, der Vollständigkeit deiner Unterlagen und dem Herkunftsland ab. Es empfiehlt sich, den Antrag mindestens 8 Monate vor dem geplanten Ausbildungsbeginn zu stellen.
Was ist das beschleunigte Fachkräfteverfahren?
Das beschleunigte Fachkräfteverfahren (§81a AufenthG) ist ein vom Arbeitgeber initiiertes Verfahren, das die Visumbearbeitung auf ca. 2 bis 3 Monate verkürzt. Der Arbeitgeber zahlt eine Gebühr von 411 EUR und übernimmt die Kommunikation mit der Ausländerbehörde. Dieses Verfahren ist besonders empfehlenswert, wenn der Ausbildungsbeginn zeitlich feststeht.
Kann ich früher einreisen, um mich vorzubereiten?
Ja, du kannst bis zu 16 Wochen vor dem Ausbildungsbeginn einreisen, um einen berufsbezogenen Vorbereitungskurs zu absolvieren. Dein Visum erlaubt in diesem Fall die frühere Einreise, sofern der Vorbereitungskurs bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger stattfindet. Diese Zeit wird sinnvoll für sprachliche, fachliche und kulturelle Vorbereitung genutzt.
Vorbereitungskurs
Was ist ein berufsbezogener Vorbereitungskurs?
Ein berufsbezogener Vorbereitungskurs ist ein 16-wöchiges Programm, das internationale Pflege-Azubis optimal auf die Ausbildung vorbereitet. Der Kurs umfasst Fachsprache, Berufskunde, interkulturelle Kompetenz, Praxisorientierung, Alltagsorientierung und Prüfungsvorbereitung. Details findest du auf unserer Seite zur Vorbereitung.
Ist der Kurs kostenlos?
Ja, der Vorbereitungskurs ist kostenlos mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. Voraussetzung ist, dass der Kurs bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger stattfindet. Der Bildungsgutschein deckt die gesamten Kurskosten einschließlich Lehrmaterialien ab. Du beantragst den Bildungsgutschein bei der für dich zuständigen Agentur für Arbeit.
Was lerne ich im Vorbereitungskurs?
Der Kurs umfasst 6 Module: (1) Fachsprachliche Vorbereitung mit Pflegevokabular und Dokumentation, (2) Berufskunde zum deutschen Gesundheitssystem, (3) Interkulturelle Kompetenz für den Arbeitsalltag, (4) Praxisorientierung mit Pflegeprozess und Hygiene, (5) Alltagsorientierung für Behörden, Versicherung und Wohnungssuche, (6) Prüfungsvorbereitung mit Lernstrategien und Simulationen.
Muss ich den Kurs machen oder ist er freiwillig?
Der Vorbereitungskurs ist freiwillig, wird aber ausdrücklich empfohlen. Erfahrungen zeigen, dass Azubis mit Vorbereitung deutlich besser in die Ausbildung starten, weniger Sprachbarrieren erleben und seltener die Ausbildung abbrechen. Auch Arbeitgeber und Pflegeschulen befürworten die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs.
Alltag & Integration
Wie finde ich eine Wohnung?
Viele Arbeitgeber helfen bei der Wohnungssuche oder stellen für die Anfangszeit eine Unterkunft zur Verfügung (z. B. Personalwohnheim). Für die eigenständige Suche eignen sich Plattformen wie WG-Gesucht.de und ImmobilienScout24.de. Die Mieten variieren stark je nach Stadt: In ländlichen Regionen findest du Zimmer ab ca. 300 EUR, in Großstädten ab ca. 500 EUR warm.
Brauche ich eine Krankenversicherung?
Ja, in Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht ab dem ersten Tag. Als Auszubildende/r bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Die Beiträge betragen ca. 110 EUR pro Monat und werden direkt vom Ausbildungsgehalt abgezogen. Du bist damit umfassend krankenversichert, einschließlich Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Medikamente.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?
Die monatlichen Lebenshaltungskosten liegen bei ca. 900 bis 1.100 EUR, abhängig von der Stadt. Darin enthalten sind Miete (300-600 EUR), Krankenversicherung (ca. 110 EUR), Lebensmittel (200-250 EUR), Transport (50-80 EUR) und sonstige Ausgaben. Mit dem Ausbildungsgehalt von ca. 1.340 EUR brutto im ersten Jahr kannst du in den meisten Städten gut leben.
Kann ich nach der Ausbildung in Deutschland bleiben?
Ja, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhältst du eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung deines Berufs. Nach zwei Jahren Berufstätigkeit kannst du eine unbefristete Niederlassungserlaubnis beantragen, die dir ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland sichert. Die Pflegeausbildung bietet somit eine langfristige Perspektive.
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